Nov 052018
 

Jeff Mills, Chance the Rapper, B.E.F., Graham Coxon, Yello, Two Lone Swordsmen, Bonnie Prince Billy, Missy Elliott, Magazine

Jeff Mills – Man From Tomorrow

Ich bin unendlich dankbar, dass jemand wie Jeff Mills genau dann anfing, seine Musik zu veröffentlichen, als ich damit begann, meine Nacht zum Tag zu machen. Techno aus Detroit hat mich freier gemacht, und ich versuche dieses Gefühl irgendwie zu konservieren.

Chance the Rapper – Same Drugs

Ich liebe dieses Arrangement. Der Gospel, die Orgel, die Streicher, und wie sich alles aus dieser kleinen Akkordfolge am Anfang heraus entwickelt. Prince hätte es in seiner Glanzzeit um 1983 nicht besser machen können. Mir erzählt das Stück davon, dass man das Glück zwar nicht festhalten kann, aber verzweifeln sollte man darüber auch nicht.

B.E.F. – Wipe The Board Clean

Ein Spitzenmotto, finde ich. Ein Stück Musik aus einer Zeit, als elektronische Musik zum Tanzen eben noch nicht fast ausschließlich von Disco beeinflusst wurde, sondern auch mal einen straff-steifen Rock-Rhythmus hatte.

Graham Coxon – I Can’t Look At Your Skin

Eines der Stücke, bei denen ich alleine schamlos im Auto mitgrölen kann. Das Tolle ist doch, dass Musik jederzeit Stellvertreter und Verstärker für eigene Gefühle ist. Hier überrollt mich der Blur-Gitarrist mal kurz mit seiner Wut in allerbester Power-Pop-Tradition. Für sowas muss man unter Umständen tatsächlich in UK sozialisiert worden sein.

Yello – Bimbo

Was war damals nur im Trinkwasser in Zürich, dass dort so geniale Musik entstehen könnte? Aber halt, Dada war da ja auch mal ganz groß!

Two Lone Swordsmen – If You Lose Control of Yourself

Eine Playlist ohne Andrew Weatherall ist eigentlich immer unvollständig. Hier vereinen sich psychedelische Krautrock-Anleihen mit melancholischem Rockabilly zu einem unerhörten Stilmix.

Bonnie Prince Billy – Knockturne

Die Intimität der Aufnahme finde ich einfach wunderbar. Der Text bleibt mysteriös. Ich wüsste nicht, wie jemand aus dem deutschsprachigen Raum mit so etwas Schönem um die Ecke biegen könnte. Sollte es dennoch passieren, könnte ich ruhiger schlafen.

Missy Elliott – Toys

Wie kann man nur so genial sein, so leichtfüßig über Masturbation und Selbstbewusstsein zu musizieren? Mich irritiert das immer wieder, und ich bewundere jede Gesellschaft, die ein so entspanntes Verhältnis zu ihrer eigenen Sprache gefunden hat.

Magazine – Talk To The Body

An diesem Stück genieße ich einfach diese gesunde Portion Hysterie. Die ist ja generell in der Musik leider sehr aus der Mode gekommen, und ich selbst werde sie in meinem Alter auch nicht zurückbringen.

Roman Flügels neues Album Themes ist am 26. Oktober bei ESP Institute erschienen.

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